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Äthiopien

Hirten gegen die Folgen des Klimawandels wappnen

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Durch den Klimawandel hat sich die Konkurrenz der nomadisierenden Viehhirten zu den sesshaften Bauern verschärft. Zusammen mit Helvetas suchen sie nach neuen Möglichkeiten, die Versorgung ihrer Herden mit Futter und Wasser sicherzustellen. Bei Projektbeginn zwang eine heftige Dürre die Projektverantwortlichen zu Nothilfemassnahmen.    

  • Projektname
    Borana – Existenzsicherung für Hirtengemeinschaften
  • Projektphase
    2015 bis 2020
  • Finanzierung
    Dieses Projekt ist ein Mandat der Deza.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Umwelt und Klima

Notfütterung

Hirten und Hirtinnen sind wichtige Träger der äthiopischen Wirtschaft. Sie tragen ein Fünftel zum Bruttonationalprodukt bei, doch in der Landwirtschaftspolitik kommen sie nur am Rand vor.

Klimawandel, Überweidung und damit verbunden die Degradation der Böden erschweren das ohnehin harte Leben der umherziehenden Hirten. Konflikte zwischen ihnen und sesshaften Ackerbauern nehmen zu. Das Projekt «Borana», benannt nach einer bekannten Weideregion im Süden des Landes, schützt die Tiere der Nomadinnen und Nomaden bei Krankheit und Futtermangel. Geschädigte Weidegründe werden wiederhergestellt. Die Rechte der Frauen in der traditionell patriarchalischen Gesellschaft werden gestärkt, und es werden zusätzliche Einkommensmöglichkeiten geschaffen.

Weil der Start des Projekts im Jahr 2016 im Gefolge des Klimaphänomens El Niño mit der heftigsten Dürre seit mehr als 30 Jahren zusammenfiel, musste Helvetas mit ihren Projektpartnern vorerst einmal Nothilfe leisten. Die Hirtenfamilien erhielten Heu, Kraftfutter und Medikamente für ihr Vieh. Im Rahmen eines Programmes für bezahlte Arbeit bauten sie Sammelbecken für Viehtränken.

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Männer aus der Region heben während der Dürre 2017 eine Tiertränke tiefer aus, damit sich mehr Wasser sammeln kann. Solche Arbeitseinsätze erlauben ihnen, auch in Notzeiten Geld zu verdienen. © Helvetas

Obwohl die Dürre von 2016 durchaus mit der traumatischen Dürrezeit in den Achtzigerjahren zu vergleichen ist, kamen dabei nur wenige Menschen ums Leben. Das liegt nicht nur an den internationalen Hilfsorganisationen, sondern auch am äthiopischen Staat. Er hat Strukturen aufgebaut und Abläufe definiert, damit Hilfe im Katastrophenfall schnell anlaufen und die Bedürftigsten erreichen kann.

Für die Hirtengemeinschaften allerdings gab es keine Notfallpläne. Trotzdem erreichte die schnell entschlossene Nothilfe von Helvetas 3400 Haushalte mit rund 20'000 Personen. Diese Nothilfe erweist sich jetzt als gute Vorarbeit für das eigentliche Projekt zur Förderung der Hirtenfamilien in Borana. Mit Wasserreservoirs für die Viehtränken wurden erste nachhaltige Werte geschaffen, und die traditionelle Skepsis der Hirten gegenüber Initiativen von aussen ist kleiner geworden.

Das Projekt ist ein Mandat der Deza, das von Helvetas im Konsortium mit der deutschen Welthungerhilfe umgesetzt wird.

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Bei Dorfversammlungen werden Fragen rund um die Weidenutzung öffentlich besprochen. © Helvetas

Umwelt und Klima

Jedes Jahr unterstützt Helvetas mehr als eine Million Menschen darin, mit dem Klimawandel umzugehen, Ressourcen nachhaltig zu nutzen und die Natur zu schonen.

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