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Mali

Neue Strategien zur Anpassung an den Klimawandel

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In Mali zeigt sich der Klimawandel in einer dramatischen Veränderung der Niederschläge. Die Regenzeiten sind kürzer und oft so heftig, dass es zu lokalen Überschwemmungen kommt. Helvetas unterstützt Bauern darin, sich an die veränderten Bedingungen anzupassen.

  • Projektname
    Nèmasso – Neue Strategien zur Anpassung an den Klimawandel
  • Projektphase
    2015 bis 2018
  • Finanzierung
    Dieses Projekt wird durch Spenden und die Regierung von Liechtenstein finanziert.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Umwelt und Klima
    Gender und soziale Gerechtigkeit

Überschwemmungen im Sahel

«Wer heute auf Pflanzen setzt, die drei Monate brauchen, bis sie Früchte tragen, wird nichts ernten.» Damit fasst ein Bauer präzise zusammen, was der Klimawandel für die Landwirtschaft im Süden Malis bedeutet. Er hat dazu geführt, dass die Niederschläge zurückgehen. Weit gravierender ist aber die Tatsache, dass die Niederschläge sich oft auf eine viel kürzere Zeit konzentrieren und dann umso heftiger ausfallen. Manchmal fällt der Regen so dicht, dass der Boden das Wasser nicht aufnehmen kann. Es fliesst nutzlos ab, und es kommt zu lokalen Überschwemmungen.

Es gibt sie, die Bauernfamilien, die entmutigt in die Stadt ziehen, weil sie dort mehr Überlebenschancen sehen. Und es gibt die andern. Diejenigen, die bleiben. Im Projekt «Nèmasso» – dem Bambara-Wort für ein feuchtes und somit angenehm kühles Haus – unterstützt Helvetas sie dabei, sich auf den Klimawandel einzustellen. Lokal mit angepassten Bearbeitungstechniken für die Felder und im Haushalt, regional mit Anpassungsmassnahmen für ganze Wassereinzugsgebiete.

Ihre Spende ist wichtig

Damit Familien Zugang zu sauberem Wasser bekommen, Kinder in die Schule gehen und Jugendliche eine Berufsausbildung machen können. Oder Bauern höhere Erträge erwirtschaften.
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«Wenn wir heute landwirtschaftliche Produkte verwenden, die einen Zyklus von drei Monaten haben, ernten wir nichts!» Sidiki Magoni Coulibaly, Bauer aus Mali
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Regenwassermessgeräte im Klimaprojekt 
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Lokal wird zum Beispiel nach Wegen gesucht, die Abfälle aus der Verarbeitung von Mangos und Cashewnüssen zu nutzen oder Kochstellen so zu gestalten, dass sie das rare Brennholz oder die Holzkohle besser nutzen. Das Projekt sucht auch nach Möglichkeiten, die temporäre Überschwemmunge von Feldern als Chance zu nutzen, um dort Viehfutter oder Nahrungsmittel anzupflanzen. In den Wassereinzugsgebieten geht es zum Beispiel darum, mit Dämmen und Gräben den Abfluss des Wassers zu bremsen, damit es besser in den Boden eindringen kann.

Neu am Projekt ist die aktive Zusammenarbeit mit dem staatlichen Wetterdienst. Die Bäuerinnen und Bauern lernen nicht nur, die Wettervorhersagen zu interpretieren und ihre landwirtschaftlichen Aktivitäten dementsprechend anzupassen. Sie lernen auch, meteorologische Daten zu sammeln. Jugendliche werden darin geschult, kleine Wetterstationen zu unterhalten.

«Nèmasso» ist das erste afrikanische Klimaprojekt von Helvetas, das aus dem so genannten Strategiefonds von Helvetas finanziert wird. In Zusammenarbeit mit Regierungen – in diesem Fall der Regierung von Liechtenstein – und privaten Spendern ermöglicht es dieser Fonds, die Wirksamkeit neuer Ansätze und Techniken auszuprobieren, für die es bisher noch keine Erfahrungswerte gibt.

Umwelt und Klima

Jedes Jahr unterstützt Helvetas mehr als eine Million Menschen darin, mit dem Klimawandel umzugehen, Ressourcen nachhaltig zu nutzen und die Natur zu schonen.

Wie wir Menschen in Mali unterstützen

Helvetas engagiert sich in Mali für die Integration von Jugendlichen im Arbeitsmarkt, ein besseres Bildungswesen und sauberes Trinkwasser.