Tansania

Kleine Getreidesilos gegen den Hunger

Helvetas fördert die sichere Speicherung von Lebensmitteln und leistet so einen Beitrag zur Nahrungssicherheit und einem besseren Einkommen. Bauernfamilien lagern ihre Vorräte nun in Metallsilos oder gut verschliessbaren Kunststoffsäcken, wo sie vor Schädlingen und Fäulnis geschützt sind. Und Metallhandwerker lernen, die einfachen Silos zu bauen.

  • Projektname
    Vorräte schützen – Nachernteverluste verhindern
  • Projektphase
    2018 bis 2020
  • Finanzierung
    Dieses Projekt ist ein Mandat der Deza.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Nachhaltige Wirtschaft

Lebenswichtige Vorräte schützen

In einem vierköpfigen Schweizer Haushalt gehen jedes Jahr rund 240 Kilogramm Nahrungsmittel verloren. Die Gründe dafür sind beschämend banal: Zu viel eingekauft. Im Kühlschrank vergessen. Verbrauchsdatum abgelaufen. Spürbare Folgen hat dieser unsorgfältige Umgang mit Nahrung nicht. Beim nächsten Einkauf werden die Verluste mit wenig Geld ersetzt.

Anders in Tansania. Dort vernichten Nagetiere, Insekten, Pilze und Fäulnis bis zu 30 Prozent der Körner und Hülsenfrüchte, die Kleinbauernfamilien als Vorrat aufbewahren. Spätestens in den Monaten vor der neuen Ernte drohen deshalb Mangelernährung und Hunger. Familien müssen sich verschulden, um notfallmässig und zu weit überhöhten Preisen Nahrungsmittel zu kaufen.

Das Problem ist dringend, doch bisher waren die so genannten Nachernteverluste in der Landwirtschaftspolitik Tansanias höchstens am Rand ein Thema.

In einem Projekt für die bessere Lagerung von Lebensmitteln trägt Helvetas dazu bei, die unnötigen Verluste an Getreide und Hülsenfrüchten zu verhindern. Im Zentralkorridor Tansanias haben Beraterinnen und Berater in 247 Dörfer zwei neue Lagerungsmöglichkeiten vorgestellt: einfache Silos aus verzinktem Blech und grosse, dreilagige und verschliessbare Kunststoffsäcke. In drei Jahren haben 24'900 Haushalte die günstigeren Kunststofftaschen gekauft, 2100 haben sich für die Metallsilos entschieden.

Damit die Nachfrage befriedigt werden kann, hat Helvetas 80 Handwerker dafür ausgebildet, Metallsilos herzustellen und ihnen damit zusätzlich Einkünfte in der Höhe von 300 Dollar pro Jahr ermöglicht. Läden für Landwirtschaftszubehör haben sich mit Kunststoffsäcken eingedeckt, Metallhändler haben den Vertrieb von Zinkblech organisiert. In den Dörfern wurden kleine Sparkassen darauf vorbereitet, den Kauf von Metallsilos (und Kunststoffsäcken) mit Kleinkrediten zu ermöglichen. So haben in den ersten drei Jahren des Projekts 27’000 in Armut lebende Bauernfamilien ihre Vorräte besser lagern könnten. Und bereits konnten die ausgebildeten Handwerker einen Teil ihrer Silos an Interessenten ausserhalb des Projektgebietes verkaufen.

Gleichzeitig hat Helvetas das Landwirtschafsministerium bei der Erarbeitung einer nationalen Strategie zur Verhinderung von Nachernteverlusten unterstützt. Dabei wurde Wert auf einen breit angelegten politischen Dialog gelegt, damit auch lokale Akteure ihre Anliegen und Bedürfnisse einbringen können. Das Ergebnis ist eine Strategie, welche den Handlungsbedarf im 55 Millionen-Land klar benennt und konkrete Lösungen formuliert.

Das Projekt gegen Nachernteverluste ist ein Mandat der Deza, das von Helvetas umgesetzt wird.

Nachhaltige Wirtschaft

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Wie wir Menschen in Tansania unterstützen

Helvetas hilft den Bauern von Tansania dabei, ihre Anbau- und Vermarktungsmethoden zu optimieren.Und wir engagieren uns für die Primarschulbildung.