© Helvetas / Simon B. Opladen
Bangladesch

Sauberes Trinkwasser von oben

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Im Süden von Bangladesch lassen Naturkatastrophen und die Crevettenzucht Böden und Grundwasser versalzen. Helvetas ermöglicht benachteiligten Menschen, Regenwasser in Zisternen und Filterbecken als sauberes Trinkwasser für die Trockenzeit zu sammeln. Und zeigt Wege auf, wie die Familien ihre Ernährung verbessern können.

  • Projektname
    Panii Jibon — Sauberes Trinkwasser und gesicherte Ernährung dank Regenwasser
  • Projektphase
    2016 bis 2020
  • Finanzierung
    Dieses Projekt wird durch Spenden und den Climate Justice Resilience Fund finanziert.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Umwelt und Klima

Wenn Böden und Grundwasser versalzen

Eigentlich könnte das Delta des Ganges im Südwesten von Bangladesch ein Paradies sein, in dem pro Jahr mehrere Ernten möglich sind. Doch Klimaveränderung, Abholzung von schützenden Mangrovenwälder und Crevettenzucht im grossen Stil haben das natürliche Gleichgewicht gestört. Meerwasser dringt tief ins Landesinnere ein und lässt das Grundwasser versalzen. Im Bezirk Bagerhat unterstützt Helvetas bedrängte Bauernfamilien dort, wo es ums Überleben geht: beim Trinkwasser und bei der Ernährung.

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Damit Familien Zugang zu sauberem Wasser bekommen, Kinder in die Schule gehen und Jugendliche eine Berufsausbildung machen können. Oder Bauern höhere Erträge erwirtschaften.
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Die Zementgefässe zum Sammeln des Regenwassers werden günstig von einem lokalen Kleinunternehmen hergestellt. Arme Familien erhalten von Helvetas einen Zuschuss beim Kauf. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Die Gefässe werden ganz in Handarbeit hergestellt, die Produktion geht überraschend schnell vonstatten. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Die Formelemente, die jedem Regenwassertopf seine Gestalt geben, werden nach dem Trocknen der Aussenschicht wieder entfernt. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Das Unternehmen liefert die Gefässe direkt zum Haus. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Da der Regenwassertopf relativ leicht ist und sich problemlos rollen lässt, kann es problemlos zu Häusern abseits der Strasse gebracht werden. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Eine Dachrinne in Form eines aufgeschnittenen Kunststoffrohrs sammelt das Wasser vom Wellblechdach. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Der Mitarbeiter der lokalen Konstruktionsfirma erklärt der Bevölkerung, wie sie dafür sorgen können, dass das Wasser im Gefäss sauber und sicher bleibt. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Der Fachmann erklärt dem neuen Besitzer auch, wie er selber den Topf von innen reinigen soll. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Dazu muss sich der Familienvater, frisch gewaschen und mit einem Schutz an den Füssen, selber in den Topf hineinbegeben. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Dort reibt er das Gefäss mit Zitronensaft aus. Der Hersteller wird zehn Jahre lang jährlich vorbeikommen und mit Messgeräten prüfen, ob die Wasserqualität gut ist. © Helvetas / Simon B. Opladen
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Wegen der Versalzung des Grundwassers ist Regen die einzige Quelle für sauberes Wasser. In der mehrmonatigen Trockenzeit allerdings mussten die Menschen bisher auf verschmutztes Oberflächenwasser zurückgreifen. Im Rahmen des Projekts «Panii Jibon» («Wasser ist Leben») erhalten extrem arme Familien (mit einem Einkommen von weniger als 1,25 Dollar pro Tag) von Helvetas zwei bauchige Zementbehälter, die von lokalen Handwerkern kostengünstig produziert werden. Die beiden traditionellen Gefässen nachempfundenen Zementkugeln können 2000 Liter Wasser speichern und decken so den Grundbedarf einer Familie während der Trockenzeit. Wo es möglich und sinnvoll ist, bauen Dorfbewohner mit Unterstützung von Helvetas auch Gemeinschaftsreservoirs mit Sandfilterpumpen. In den kommenden Jahren werden weitere 50'000 Menschen ihre Versorgung mit Trinkwasser auch während der Trockenzeit sichern. 14'000 sollen neu über eine Latrine verfügen.

Die Bäuerinnen und Bauern legen zudem grosse Regenwasserbecken für die Bewässerung ihrer Felder und Gärten an. So können sie mehr produzieren, mehr verkaufen und sich gesünder ernähren. Die Fische, die sie in den Wasserbecken züchten, sind eine zusätzliche Bereicherung ihres Speiseplans. In den kommenden Jahren sollen sich 35'000 Familien gesünder ernähren können.

Wichtiges Anliegen des Projektes ist es auch, dass die Menschen den Zugang zu sauberem Wasser als Menschenrecht betrachten. Sie werden darin geschult, dieses Recht bei den Behörden einzufordern. In Komitees arbeiten sie an der Planung von Wasserprojekten mit und prüfen deren Umsetzung. Weil sie sich auch in Produzentengruppen organisieren, hängt die Entwicklung nicht nur vom Engagement einzelner Personen ab, sondern wird von der Gemeinschaft getragen.

«Das Wasser aus dem Teich ist nicht sauber und das Grundwasser versalzen. Deshalb sammeln wir nun Regenwasser, damit unsere Kinder gesund bleiben.»

Protap Mazumder, Schneider und Familienvater, Morrelganj, Bangladesch

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