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Myanmar

Ein wertvolles Wattgebiet schützen und als Lebensgrundlage nutzen

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Am geschützten Golf von Mottama unterstützt Helvetas die Anwohnerinnen und Anwohner dabei, im Wattgebiet den Naturschutz und die Nutzung der Ressourcen unter einen Hut zu bringen.

  • Projektname
    Gemeinschaftlicher Ressourcenschutz am Golf von Mottama
  • Projektphase
    2015 bis 2018
  • Finanzierung
    Dieses Projekt ist ein Mandat der Deza.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Nachhaltige Wirtschaft
    Engagement im urbanen Bereich

Schützen und Nutzen

Mit seiner langen Küstenlinie ist Myanmar ein Land der Fischerinnen und Fischer. Edelfische werden exportiert, vor allem nach China. Die anderen Fische sind ein wichtiger Teil des Speiseplans und für viele Familien die einzige Quelle für tierische Eiweisse. Doch der Fischbestand ist gefährdet. Im Jahr 2013 untersuchte eine norwegische Equipe die Küstengewässer und kam zum Schluss, dass bestimmte Fischbestände (gemessen in Biomasse) seit 1979 um mehr als 90 Prozent zurückgegangen sein könnten, von 1,2 Millionen Tonnen auf nur noch 110‘000 Tonnen.

Zu den Küstengewässern gehört auch der Golf von Mottama, eines der grössten Wattgebiete der Welt und Winterquartier für bis zu 150.000 wandernde Wasservögel, unter anderem für den stark gefährdeten Löffelstrandläufer, von dem es weltweit nur noch ein paar hundert Exemplare gibt. Hier, etwa 100 Kilometer östlich der wirtschaftlichen Hauptstadt Yangon, setzt Helvetas ein Projekt um, das die Bedürfnisse der Fischerfamilien ebenso schützt wie den Fischbestand und das einzigartige Ökotop des Golfs. Das Projekt richtet sich vor allem an die Fischer- und Bauernfamilien, Landlosen und Handwerker, die sich in Dorfentwicklungskomitees organisiert haben. Es bezieht aber auch Händler, Exporteure und die regionalen Behörden mit ein.

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Die Eheleute Win Tun und Than Aye in Myanmar leben von der Fischerei, und sie wollen das einmalige Ökosystem des Golfs von Mottama schützen. © Helvetas / Flurina Rothenberger
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Win Tun fährt hinaus in die Fischgründe, seine Frau holt den Fang und verkauft ihn. © Helvetas / Flurina Rothenberger
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Heute achten die Fischer darauf, dass die Maschen der Netze gross genug sind, damit die Jungfische durchschlüpfen können. © Helvetas / Flurina Rothenberger
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Die Familie von Win Tun und Than Aye. Am Golf von Mottama leben noch viele weitere Familien vom Fischfang. © Helvetas / Flurina Rothenberger
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Wie bei anderen Schutzprojekten, etwa beim Schutz von Wäldern, setzt Helvetas am Golf von Mottama auf drei Pfeiler:

  • Die Fischerinnen und Fischer erhalten mehr Gewicht und Einfluss und übernehmen in Zusammenarbeit mit den Behörden Verantwortung für den Schutz ihrer Fischgründe.
  • Alternative Arbeitsmöglichkeiten in Handwerk und Handel sowie Verbesserungen in der Landwirtschaft verschaffen den Anwohnerinnen und Anwohnern des Golfs zusätzliche Einkommen. Dank dieser Einkommen können die Fischer ihre Tätigkeit in den ufernahen Laichzonen einschränken oder ganz ruhen lassen.
  • Anwohner und Behörden sind in der Lage, die Watten und Flussläufe des Golfs gleichzeitig zu bewirtschaften und zu schützen.

Der Kontakt von Helvetas zu den regionalen Behörden ist sehr gut. Der Schutz natürlicher Ressourcen ist für Behördenvertreter bis hin zu Ministern ein ungewohntes Terrain. Deshalb sind sie froh, dass sie von der Erfahrung profitieren können, die Helvetas bei anderen Naturprojekten gesammelt hat.

Das Küstenmanagement am Golf von Mottama ist ein Mandat der Deza, das von Helvetas umgesetzt wird.

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«Wenn wir von einem wissen, dass er verbotene Netze benutzt, sprechen wir ihn direkt darauf an. Bisher haben wir damit immer Erfolg gehabt. Heute gibt es im ganzen Dorf keinen mehr, der verbotene Netze benutzt.»

Thein Myant, Zwischenhändler und Vertrauensperson der Fischer des Dorfs Saik Ka Ye, Myanmar

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