© Helvetas / Patrick Rohr
Bosnien-Herzegowina

Märkte stärken und Arbeitsplätze schaffen

© Helvetas / Patrick Rohr

Bosnien-Herzegowina kämpft mit einer extrem hohen Jugendarbeitslosigkeit. Das Projekt MarketMakers von Helvetas zielt darauf ab, neue Stellen für junge Menschen in Unternehmen aus vier Wirtschaftszweigen zu schaffen: in der IT-Branche, im Tourismus, in der Lebensmittelverarbeitung sowie im Bereich Geschäftsprozesse.

  • Projektname
    «MarketMakers» für eine neue Generation
  • Projektphase
    2017 bis 2021
  • Finanzierung
    Dieses Projekt ist ein Mandat der Deza.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Nachhaltige Wirtschaft
    Gender und soziale Gerechtigkeit
    Engagement im urbanen Bereich

Digital durchstarten

Jedes Jahr verlassen 25‘000 junge Erwachsene Bosnien-Herzegowina, um in der EU, in Nordamerika oder Australien Arbeit zu finden. Auf die Frage, wie dieser dramatisch Aderlass gebremst werden könnte, werden oft zwei Wirtschaftsbranchen genannt: IT und Geschäftsprozesse.

Zusammen mit der Nahrungsindustrie und Tourismus sind das auch die Branchen, in denen Helvetas mit dem Projekt «MarketMakers» offene, dynamische Märkte fördert. Ziel davon ist, zusammen mit privaten Unternehmern Arbeitsplätze für junge Menschen zu schaffen. Es geht nicht darum, eigene Projekte anzustossen. Das Projekt will vielmehr Akteure miteinander vernetzen, initiative Gruppen coachen und rechtliche oder mentale Hindernisse für die Entwicklung beseitigen. «MarketMakers» hat bis jetzt dazu beigetragen, 1500 Arbeitsplätze für Jugendliche zu schaffen. Das nächste Ziel sind 2500 Arbeitsplätze bis Mitte 2021.

Exemplarisch für den Ansatz von Helvetas sind die Interventionen im IT-Bereich. Die Branche war in Bosnien-Herzegowina bis vor wenigen Jahren eine Ansammlung von Unternehmen, die isoliert ihre eigenen, oft kleinen Projekte verfolgten. Sie arbeiteten über das ganze Land verstreut und ohne Beziehung zueinander. Aus Angst, qualifizierte Arbeitskräfte zu verlieren, schotteten sich die meisten Betriebe von der Konkurrenz ab. Die Ausbildung an den Universitäten war veraltet und ging an den Bedürfnissen der Branche vorbei.

© Helvetas
Weiterbildungen im IT-Bereich schaffen Chancen für junge Menschen auf dem Arbeitsmarkt. © Helvetas
1/2
© Helvetas
Die IT-Branche in Bosnien ist dynamisch, doch es fehlt an guten Ausbildungsangeboten. © Helvetas
2/2

In den Jahren 2013 und 2014 überwanden einige initiative Unternehmerinnen und Unternehmer ihr gegenseitiges Misstrauen und schlossen sich zusammen, um frischen Wind in die Branche zu bringen. Helvetas begleitete die Gründung einer Vereinigung von mittlerweile zehn grossen IT-Unternehmen, die unter anderem eine gemeinsame Ausbildungsstätte betreiben. Helvetas unterstützte auch die Gründung eines Hubs, in dem heute 18 IT-Unternehmen eingemietet sind. «MarketMakers» half, die Leitungsstrukturen zu definieren, einen geeigneten Manager zu finden und eine Partnerschaft zur Universität aufzubauen.

Der Hub, zu dem auch eine Akademie für kurze, praxisorientierte Fortbildungskurse gehört, und die Vereinigung der IT-Unternehmen sind zum Vorbild für eine ganze Branche geworden. Diese ist dynamischer geworden. Man tauscht Ideen aus und löst Probleme gemeinsam. Dank der Zusammenarbeit ist es gelungen, grosse Aufträge aus dem Ausland auszuführen. Die Branche wird heute sehr wahrgenommen, auch von der Regierung. So hat zum Beispiel der Kanton Sarajevo sie als Gesprächspartnerin akzeptiert und für die Regierungsstrategie zur IT-Förderung konsultiert.

«MarketMakers» ist ein Mandat der Deza, das von Helvetas und dem bosnischen KOLEKTIV d.o.o. umgesetzt wird.

© Helvetas / Patrick Rohr
«Als Programmiererin weiss ich, dass alles möglich ist.»

Medina Banjić, die sich 2016 zur Programmiererin ausbilden konnte, Bosnien und Herzegowina

Nachhaltige Wirtschaft

Armutsbetroffene Menschen profitieren nicht immer vom wirtschaftlichen Wachstum. Gleichzeitig verhindert Armut, dass eine wirtschaftliche Dynamik in Gang kommt.

Wie wir Menschen in Bosnien-Herzegowina unterstützen

Helvetas hat in Bosnien-Herzegowina viel für die Weiterbildung von Jugendlichen getan. Heute engagiert sie sich für die Entwicklung neuer Arbeitsmärkte.