© Helvetas / Simon B. Opladen
Bolivien

Den Urwald schützen – mit Kakao

© Helvetas / Simon B. Opladen

Im Amazonastiefland können Bäuerinnen und Bauern den Kakao, den sie im Wald sammeln, dank Helvetas zu einem sehr guten Preis verkaufen. Deshalb sind sie nicht mehr gezwungen, für ihr Einkommen den einzigartigen Naturpark Madidi zu roden.

  • Projektname
    Qualitätskakao aus dem Naturpark
  • Projektphase
    2016 bis 2018
  • Finanzierung
    Dieses Projekt wird durch Spenden finanziert.
  • Thematischer Schwerpunkt
    Nachhaltige Wirtschaft

Kakao, für einmal nicht bitter

Der Naturpark von Madidi, einer der fünf artenreichsten Parks der Welt, steht unter Druck. Goldminen, der Export von Edelhölzern und der Anbau von Reis gefährden das Ökosystem im Amazonasbecken nördlich La Paz. Der Druck wird verstärkt durch Landlose, die im scheinbar unerschöpflichen Wald ihre bescheidene Lebensgrundlage aufbauen wollen. Im Umland des Naturparks verschafft ihnen ein Kakaoprojekt von Helvetas ein zusätzliches Einkommen, ohne dass sie dafür zusätzliches Land roden müssen.

Kleinbäuerinnen und -bauern im Einzugsgebiet des Flusses Beni haben schon früh damit begonnen, den wild wachsenden Kakao einzusammeln und ohne weitere Verarbeitung zu trocknen. Doch die Preise, die sie dafür erzielten, waren tief. Im Kakaoprojekt von Helvetas lernten sie in einem ersten Schritt, die Kakaobohnen vor dem Trocknen sorgfältig zu fermentieren, denn erst so kann der Kakao seine Vielfalt an Aromen entfalten. Die Bäuerinnen und Bauern haben sehr gut gearbeitet: Nur gerade drei Jahre nach Projektbeginn wurde der Kakao aus Bolivien am «Salon du Chocolat» in Paris zu einem der weltbesten Kakaos gekürt.

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Die Kakaosammlerinnen und -sammler suchen den wilden Kakao wird im tropischen Wald. © Helvetas
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Von Helvetas haben die Bauernfamilien gelernt, wie sie die Bohnen fachgerecht fermentiern und trocknen. © Helvetas
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Von Helvetas haben die Bauernfamilien gelernt, wie sie die Bohnen fachgerecht fermentiern und trocknen. © Helvetas
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Von Helvetas haben die Bauernfamilien gelernt, wie sie die Bohnen fachgerecht fermentiern und trocknen. © Helvetas
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Die sorgfältige Verarbeitung holt die vielfältigen Aromen hervor, die in der vermeintlich bitteren Bohne stecken. © Helvetas
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Im Rahmen des Projekts haben 500 Bauernfamilien auch begonnen, in den Wäldern selbst gezogene Kakaobäume zu pflanzen. Ziel ist es, 500 Hektar dieser ökologisch wertvollen Agroforst-Kulturen zu schaffen und 100 Tonnen exzellenten Kakao zu produzieren.

Helvetas arbeitet erfolgreich darauf hin, bolivianische Händler, Produzentinnen und staatliche Behörden miteinander zu vernetzen. Bereits zahlen verschiedene Hersteller in La Paz und Sucre für den wilden Kakao aus dem Tiefland des Beni einen guten Preis und verarbeiten ihn zu Grand Cru Schokolade. Für die Kakaobäuerinnen und -bauern lohnt es sich, weiterhin auf Qualität und schonende Produktion setzen. Solange sie dafür einen existenzsichernden Preis erzielen, gerät der Regenwald weniger unter Druck.

«Der wilde Kakao kommt für uns zu einer idealen Zeit. Die Schoten sind dann reif, wenn keine anderen Arbeiten anstehen. Und der Erlös kommt genau dann, wenn das Schulgeld für unsere Kinder fällig ist.»

Armando Yarari (l.), Kakaosammler, Präsident des Verbands der Kakaoproduzenten von Carmen del Emero, der in Paris den „International Cocoa Award“ entgegennehmen hat.

Nachhaltige Wirtschaft

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