Wieso setzt sich Helvetas für Wasser ein?
Wer in einem Land mit hohem Einkommen lebt, verbraucht für das Kochen, Putzen und Waschen mindestens 150 Liter sauberes Wasser pro Tag. Diese Menge entspricht etwa zwei vollen Badewannen! Für viele von uns ist fliessendes Wasser aus dem Hahn selbstverständlich. Doch Frauen und Mädchen in armen Ländern verbringen oft mehrere Stunden am Tag, um an einem Fluss oder Tümpel Wasser zu holen.
Trotz grosser Fortschritte in den letzten Jahren haben noch immer rund 2,2 Milliarden Menschen (jeder vierte Mensch) keinen Zugang zu sicherem Trinkwasser, und etwa 703 Millionen Menschen haben nicht einmal eine grundlegende Trinkwasserversorgung. Zudem fehlt schätzungsweise 3,4 Milliarden Menschen der Zugang zu sicheren sanitären Einrichtungen. Zahlreiche Krankheiten in Ländern mit niedrigem Einkommen entstehen wegen schmutzigem Wasser und schlechter Hygiene.
Nafissatou Bagana, Hebamme der Geburtsstation Sirarou, Benin
Engagement von Helvetas für Wasser und Sanitärversorgung
Helvetas verfügt über langjährige Erfahrung in der Umsetzung von Wasserprojekten und arbeitet in zahlreichen Dörfern und Quartieren gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung daran, zuverlässige Wasserversorgungen aufzubauen und nachhaltig zu unterhalten. Wir unterstützen und beraten Gemeinden beim Bau von Brunnen, Wassertürmen und Regenwasserbecken und fördern gleichzeitig den Bau sanitärer Anlagen, etwa von Toiletten in Schulen. Dadurch wird nicht nur die sanitäre Grundversorgung verbessert, sondern auch die Hygiene insgesamt gestärkt.
Ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit ist die Gründung lokaler Wasserkomitees. Diese sorgen dafür, dass die Anlagen langfristig gepflegt werden und auch in Zukunft zuverlässig funktionieren. Parallel dazu werden die Begünstigten im richtigen Umgang mit Trinkwasser und Toiletten geschult, um die gesundheitlichen Vorteile der Infrastruktur optimal zu nutzen.
Bei der Planung legen wir grossen Wert auf möglichst kostengünstige und zugleich wirksame Verfahren, deren Nutzen der gesamten Gemeinschaft zugutekommt. Die Nutzerinnen und Nutzer verpflichten sich, einen angemessenen Teil der Aufwände selbst zu tragen – meist in Form von Gemeinschaftsarbeit oder durch das Bereitstellen von Baumaterialien wie Kies oder Holz.
Zudem wird jedes Wassersystem sorgfältig an das lokale Klima und die verfügbaren Wasservorkommen angepasst, sodass die Anlagen auch unter herausfordernden Bedingungen funktionsfähig bleiben und den Menschen langfristig Zugang zu sauberem Wasser ermöglichen.
Unsere Expertise und Dienstleistungen
Helvetas fördert die Eigeninitiative und Selbstverantwortung. Wir setzen bei den Ursachen von Problemen an, die fehlendes oder verunreinigtes Wasser mit sich bringen. Unser mehrsprachiges Team berät sowohl Helvetas-Projektmitarbeitende als auch externe Kunden.
